Background: Die Ätherkrone

Dies sind die Aufzeichnungen vom Hohen Legaten Riolanos Ibn Rashan Ibn Hamid, ehrenwerter Befehlshaber der XIV. Legion seiner Heiligkeit, des ewigen Reiches, es Jahres….

Selbst nach mehrmaligem drehen und wenden des alten Pergaments lässt sich die Zahl nicht entziffern. Zu viel Zeit ist vergangen und hat das Material geschliffen, oder die Zeit hat gar das Wissen um diese Zahlen getilgt, jedenfalls wird man wohl nie erfahren, aus welchem Zeitalter das Schriftstück stammt, obschon sich sagen lässt, es ist alt. Sehr alt.Einige Zeilen später lässt der vernichtende Einfluss der Zeit ein wenig nach und die einzelnen Buchstaben lassen sich wieder in eine sinnige Richtung deuten.

Die XIV. Legion hatte das Lager der Wilden nach nur wenigen Tagen Marsch erreicht und bezog sofort Stellung direkt vorderhalb der primitven Zeltenstadt. Ich bin äußerst zufrieden mit dem bisherigen Verlauf dieses Feldzuges und beglückwünsche erneut seine Heiligkeit zu der weitsichtigen Entscheidung, den Einflüsterungen des Kanzlers nach Verhandlungen und Frieden die Abfuhr zu erteilen, so wir nun also diese Kreaturen auf den ihnen zustehenden Platz verweisen können.

Ich hatte umgehend den Aufmarsch befohlen, in voller Rüstung und bewaffnet. Ich war mir bereits sicher gewesen, diese Barbaren werden keinem Angebot nach Unterwerfung nachkommen, daher wollte ich sogleich ohne Zögern vorrücken lassen, um auf die ganze Brut einzuschlagen. Den überlebenden Wilden können wir ihre unwürdige Existenz schenken, so es gewünscht wird. Oder, wenn ihr meinen Rat zu hören wünscht, lasst sie uns in die Arenen schicken, so das sie mit all ihren Wurzeln ausgerottet werden, auf das sie keine neue Generation mehr erleben.

Ihr Lager ist roh und voll Schmutz, keine Gebäude aus Stein, und wären sie noch so einfach, sondern primitve Zelte aus den Fellen vieler Tiere und groben Holzstangen, in welchen sie, kauernd in ihrem eigenen Dreck, verzweifelt Schutz suchend vor den heiligen Waffen meiner Soldaten. Ich …

Auch hier hat der Zahn der Zeit sein vernichtendes Werk getan und es ist unmöglich, die nächsten Sätze zu entziffern.

Ich befehle vorzurücken, denn die Echsen haben sich endlich gezeigt. In den dunklen Ecken ihrer Zelte hören wir ihre Weiber und Bälger wimmern. Die Krieger lassen sie zurück, stürmen aus ihre Lagerstätten, denn sie wollen sich uns stellen. Sie suchen ihr Heil im Kampf, diese barbarischen Narren, nackt oder nur mit groben Stoffen am Leib, nur mit Klauen oder Waffen aus einfachem Stein, Holz und selten Metall. Glauben sie wirklich, sie könnten siegen? Vertrauen sie so sehr auf ihre urtümlichen Götzengötter, das sie lieber blind in den Tod gehen? Ich weiß es nicht, es ist aber auch nicht von belang, so machen sie es nur einfacher und wir können sie allesamt vernichten.

Ihre vordersten Krieger erreichen meine Schützen und ich lasse tüchtig feuern, die neuen Armbrüste leisten vortrefflich ihren Teil und die schweren Schleudern spießen oftmals zwei dieser Echsen gleichzeitig auf. Sie winden sich am Boden, zu Hunderten tränken sie ihn mit ihrem Blut, während sie ihre klägliche Existenz aushauchen, und das Letzte, was sie hören ist das vergebliche Kratzen der Klauen ihrer restlichen Brut an den Schilden und Rüstungen meiner Männer. Es erheitert mich und ich genieße diesen Anblick, ein bewegendes Zeugnis unserer hervorragenden Waffentechnik, ein ultimater Beweis unserer überlegenen Erhabenheit.

Während ich meinem Schreiber diese Zeilen diktiere, um eure Heiligkeit nicht länger auf die Nachricht des Sieges warten zu lassen, erblicke ich endlich das Einzige, welches mir diesen Tag noch mehr zu vergolden in der Lage ist: Den König der Wilden. Verzückt sah ich den massiven Eichenbolzen, der sich durch die Brust der Echse tief in den Erdboden dahinter gegraben hatte, den fetten König, keuchend und spuckend, festgenagelt im dreckigen Schlamm, nur einen Steinwurf entfernt von unserem Schildwall. In seinen Klauen trug er seine Krone, die Ätherkrone, welche dem Kanzler den Mut nahm, und welche euren Beratern die Angst in die Glieder fahren ließ. Dieser Gegenstand albernen Geschwätzes von Mägden und Bauern, welche für wahr hielten, was fahrende Gesichtenerzähler von sich gaben, über Monster und Götzen, die sich erheben.

Die Echse murmmelt, ein Gebet an seine Götze oder einen Fluch auf unser Reich, wer kann das schon erkennen, bei derart urtürmlichen Gestammel? Ich werde sie euch senden, eure Heiligkeit, den kahlen Schädel dieser Bestie, als Beweis für eurer Gnaden Herrlichkeit und Herrschaft. Die Krone, um all jenen kriecherischen Verleumdungen Lügen zu strafen, auf das sie nicht mehr zweifeln, am Heiligste Volk Eorzeas.

Weitere Schriftzeichen sucht man vergebens, doch es mag sie vielleicht gegeben haben. Der untere Rand des Pergaments ist angesengt, verbrannt von großer Hitze und offenem Feuer. Was die Zeit nicht überdauert hat, wurde von diesem Brand für immer getilgt. Antworten und Fragen, für immer der Asche anheim gefallen.